[+R] Noragami (Aragoto)

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    • [+R] Noragami (Aragoto)



      Noragami ist eine vom Studio Bones produzierte bisher zwei Staffeln umfassende Anime Serie auf Basis des gleichnamigen Mangas von Manga-ka Adachitoka. Der Manga erscheint seit 2010 in Japan (seit 2013 in Deutschland) und ist noch nicht abgeschlossen. Während die erste Staffel 2014 produziert und auch bereits vom deutschen Publisher KSM lizensiert wurde, erschien die zweite Staffel mit dem Namen "Noragami Aragoto" letztes Jahr. Die Staffeln umfassen jeweils 12 und 13 Folgen.

      Genre
      Action | Fantasy | Comedy | Shônen

      Handlung
      "Noragami" bedeutet übersetzt so viel wie "streunender Gott". Und um einen solchen geht es auch. Der junge Mann Yato mag auf den ersten Blick aussehen wie ein NEET im Jogginganzug, ist in Wirklichkeit aber ein Gott. Ihm fehlt bloß etwas ganz Entscheidendes: ein eigener Schrein, an dem die Menschen für ihn beten können. Um sich also den lang gehegten Traum eines eigenen Schreines erfüllen zu können, damit er nicht von den Menschen vergessen wird, bietet er seine Dienste als "Liefer-Gott Yato" an. Für ein Endgeld von nur fünf Yen hilft er bei allerhand Problemen von Kloputzen bis hin zu Dämonentöten.
      Eines Tages kündigt Yato seine Shinki (göttliche Waffe, die aus der Seele eines verstorbenen Menschen entsteht) Tomone ihm den Dienst, weil sie es bei ihrem Meister nicht mehr aushält. Daraufhin muss er sich selbst um den neuen Auftrag kümmern, das entlaufene Kätzchen "Hoheit" zu finden. In seiner Euphorie Hoheit endlich gefunden zu haben, läuft Yato, ohne darauf zu achten, über die Straße vor einen herannahenden Lastwagen. Die Mittelschülerin Iki Hiyori kann ihn in letzter Sekunde noch retten, wird aber selbst von dem Gefährt erfasst und bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert. Als Yato sie am nächsten Tag dort besucht, um sich nach ihr zu erkundigen, offenbahrt er ihr, dass er in Wirklichkeit ein Gott ist, der von so etwas eh nicht gestorben wäre. Und als wäre das nicht genug, löst sich seit dem Vorfall hin und wieder Hiyoris Seele von ihrem Körper und stromert als Halbdämon durch die Stadt. Um das Problem zu lösen beschließt sie kurzerhand, sich mit dem ungewöhnlichen Gott zusammen zu tun und wird dabei immer tiefer in die Welt von Göttern und Dämonen hinein gezogen.

      Animation
      Neben der Produktion war das Studio Bones auch für die Animationen zuständig und für die verdient selbiges auch einen glitzernden Gute-Nudel-Stern. Saubere Animationen, passende SD-Einlagen, stimmungsvolle Lichteffekte, und und und. Noragami ist ein Fest für die Augen.
      Die Charaktere - allen voran Yato - wirken durch die Grimassen, SDs und Chibis lebendig und sind teilweise zum Brüllen komisch aber nie aufgesetzt oder unpassend. Auch in ernsten Situationen besticht die Animation durch ausdrucksstarke Gesichter, in denen vor allem die Augen eine wichtige Rolle spielen.
      Ebenfalls wird viel mit Lichteffekten und farbigen Outlines gearbeitet. Hell-Dunkel-Kontraste lassen oftmals auf Gedanken und Gefühle der Charaktere schließen, während an anderer Stelle die Lichter eine "träumerische" oder malerische Athmosphäre erschaffen. Die farbigen Outlines hingegen zeigen nicht zuletzt ihren praktischen Nutzen in den Kämpfen zwischen den Göttern. Durch diese ist es nämlich um einiges einfacher die Shinkis den jeweiligen Göttern zu zu ordnen. Besonders bei welchen mit vielen Shinkis (Stichwort Bishamon) verliert man auch mal gut die Übersicht.
      Und wo wir doch gerade bei den Kämpfen sind: Action ist selbstverständlich reichlich vorhanden. Kämpfe sind dynamisch, aber nicht schluderig animiert. Dennoch kommt das Auge hinterher und man wird nicht von einer Flut an umherwischenden Schlieren erschlagen.

      Synchronisation
      Meine Wenigkeit hat sich beide Staffeln in japanischer Synchronisation mit deutschen Untertiteln zu Gemüte geführt. Allerdings habe ich auf einer Promo-DVD auch eine Kostprobe der deutschen Synchro in Form der kompletten ersten Folge bekommen. Und ich muss sagen, ich war postiv überrascht von dieser. Nicht nur, dass die Dialoge relativ nah am Original zu sein scheint (im Rahmen meiner Einschätzungsmöglichkeiten, einfach der Vergleich zwischen der Übersetzung der Sub-Gruppe und der deutschen Synchro), auch die Besetzung der Sprecher passt perfekt. Dass ich dennoch die japanische Synchro bevorzuge, liegt wohl eher daran, dass ich mich über 25 Folgen an diese gewöhnt habe. Jedoch kann die deutsche dabei locker mithalten.

      Vergleich der beiden Staffeln
      (Im folgenden steht der Einfachheit halber "Noragami" für die erste Staffel und "Aragato" für die zweite.)
      Ich muss zugeben, dass ein gewisser Zeitraum zwischen dem Schauen von Noragami und Aragoto bei mir vorliegt. Jedoch ist mir trotzdem der ein oder andere Unterschied zwischen den beiden Staffeln aufgefallen. Positiv hervorzuheben ist dabei jedoch, dass die Staffeln dennoch wie aus einem Guss erscheinen und dass Aragoto einen bündigen Anschluss an das Ende von Noragami bietet.
      Bei Noragami liegt der thematische Fokus noch eher auf Yato, Hiyori und Yukine (der dritte Protagonist, der etwas später vorgestellt wird) und ihre Beziehungen zueinander. Die Abenteuer, die die drei bestreiten, gehen noch eher in die komödiantische Richtung und dienen zum Anfang, wie das immer so ist, erst einmal der Einführung in die Welt dieses Animes. Mit der bruchstückhaften Enthüllung von und Konfrontation mit Yatos dunkler Vergangenheit nimmt die Geschichte dann ihren Lauf.
      Aragoto beleuchtet dann stattdessen zwei Charaktere näher, wovon Nummer eins in Noragami zwar vorgestellt, aber nicht weiter beleuchtet, und Nummer zwei erst vorgestellt wird: die Götter Bishamon und Ebisu. Wobei vor allem im Bishamon-Arc Wert auf die gemeinsame Geschichte mit Yato gelegt wird. Diese zwei großen Story-Arcs gehen dann schon etwas in die ernstere Richtung, was man vor allem gen Ende merkt.
      Offene Enden und noch Stoff für Spekulationen haben beide zu bieten. Während diese bei Noragami aber mit Aragoto beantwortet wurden, lässt sich bei Aragoto nur auf eine dritte Staffel hoffen und freuen.


      Fazit [96 / 100]
      (Da ich den Manga nicht gelesen habe, bleibt ein Vergleich zwischen Anime und Manga leider aus.)
      Es mag vielleicht nicht sonderlich überraschend kommen, aber ich bin ein ziemlicher Noragami-Fan. Ich kann kaum etwas Schleches über diesen Anime sagen und wenn dann sind es höchstens diese meiner Meinung nach ziemlich nervigen halbrunden offenen Enden, die ich bei fast jedem Anime hasse. Der Fairness halber muss man aber auch sagen, dass der Manga noch nicht beendet ist und ich hoffe in diesem Zusammenhang, dass es tatsächlich noch eine dritte Staffel geben wird.
      Ansonsten kann Noragami wirklich mit so ziemlich allem punkten. Die Story bietet ein witziges und, würde ich mal behaupten, relativ unverbrauchtes Szenario, das in seinen Irrungen und Wirrungen ausgekostet wird. Der Anime ist vielleicht nicht so eine Drama Queen wie Code Geass, kann aber doch mit ein paar schlüssigen Plottwists aufwarten, die die Handlung bis zuletzt spannend bleiben lassen. Auch emotional überzeugt Noragami - es ist selten, dass mir bei einem Anime die Tränen rollen oder mich eine Wendung oder ein Cliffhanger so mitnehmen, dass ich einen halben Herzstillstand erleide. ;)
      Die Animationen sind auch überaus gelungen und ausdrucksstark. Offen gestanden hat mich der Zeichenstil vom Manga etwas abgeschreckt, finde ihn aber im Anime sehr ansprechend und passend. Die technischen Mittel kreieren wunderbar stimmungsvolle Atmosphären, die den Zuschauer noch tiefer ins Geschehen mit herein ziehen. Ich bin ein totaler Fan von gut gestalteten Lichteffekten. *-*
      Und fragt mich bitte nicht, wer mein Lieblingscharakter ist... Die Figuren sind durch und durch sympathisch und nachvollziehbar. (OK, Yukine geht mir zu Anfang verdammt auf die Nerven, aber anschließend finde ich ihn auch verdammt toll! ^^)

      Kurz und knapp: Also eine echte Anime-Perle, die ich jedem wärmstens ans Herz legen kann, der auf eine ausgewogene Mischung von Action und Humor mit einer Auswahl an warmherzigen Charakteren steht.

      (Mein Tipp: Die Openigs "Goya no Machiawase" und "Kyôran Hey Kids!!" sind echt der Hammer!)

      »Ein Gelehrter in einem Laboratorium ist nicht nur ein Techniker,
      er steht auch vor den Naturvorgängen wie ein Kind vor einer Märchenwelt.«


      ~ Marie Curie