Corona-Virus und eure Erlebnisse

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    • Corona-Virus und eure Erlebnisse

      Ja, ich weiß: Ihr habt alle die Schnauze voll. Ihr könnt es nicht mehr hören. Überall hört man nichts anderes mehr. Blah.

      Es fanden vereinzelt Diskussionen, Meme-Austausch etc. in Discord statt, die sich dann schnell verloren haben. Momentan ist es Thema Nr. 1. Der Corona-Virus beeinträchtigt Wirtschaft, Soziales und die Politik. Ich habe mich viel informiert und verfolge die Nachrichten aktiv, allein schon wegen meinem Beruf. Ein Ausschnitt aus dem "Tagesspiegel" hat es am besten veranschaulicht, wie das Virus seinen Lauf nahm - wenn ihr neugierig seid oder noch keine Ahnung habt, schaut mal rein.

      Wie fast jeder weiß, bin ich im Hotelgewerbe tätig. Noch nie in meiner kurzen Laufbahn als Rezeptionistin ist es vorgekommen, das die Übernachtungszahlen so rapide abgenommen haben, in so kürzester Zeit. Veranstaltungen, Tagungen, Geschäftsreisende - alles wird storniert. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverein (DEHOGA) ruft den Notstand aus und informiert die Hotels, wie sie sich zu verhalten haben, gegenüber Gästen und Mitarbeitern. Überall stehen Desinfektionsspender, jeder verbeugt sich höflich voreinander anstatt sich die Hand zu geben (oder sieht sich zwei Sekunden länger in die Augen - der neue "Merkel-Gruß"...), aus Angst vor Ansteckung bleibt selbst das Restaurant an manchen Tagen leer. Ich habe plötzlich Angst um meinen Job.

      Selbst hier auf dem Land (Bundesland Baden-Württemberg) sind die Kaufhäuser manchmal leer gekauft - Toilettenpapier, Mehl, Konserven... Selbst die Tankstelle, an der ich immer meine Zigaretten kaufe, hatte kürzlich einen Engpass an Sprit, da dieser leer gezapft und gehortet wurde. Ich sehe Menschen mit Masken und Einweghandschuhen an der Straße stehen.
      Länder schließen ihre Grenzen. Aus- und Einreiseverbote werden verhängt. Flüge werden komplett gestrichen. Drama everywhere, sag ich.

      Und nun sitzen wir hier, als brave Bürger, und harren der Dinge, die da kommen mögen.
      Wie ist eure Einschätzung der Dinge - Panikmacherei oder wird alles wieder gut? Wie sieht es in den Unis aus und in euren Arbeitsbereichen? Seid ihr vielleicht in einer Ecke Deutschlands, in der es gar nicht so schlimm ist und jeder noch in Ruhe seine Pfeife raucht? Ich möchte eure Erfahrungen und Erlebnisse dazu hören.
      Shouganai.
      Hakuna Matata.
      Bei Nacht sind alle Miezen Schwarz.
      Das letzte Hemd hat keine Taschen.
      Wir alle bluten die selbe Farbe.
      Der Regen fällt auf die Köpfe der Menschen gleichermaßen.


      ;
    • Ich bin ja noch in der Schule und so kam es dazu, dass ich gestern Vormittag in meiner Klasse saß und mein Biolehrer um Punkt neun Uhr den Stream über die Schulschließung ausgepackt hat.
      Die Nachricht, dass die Schulen für 3 Wochen(!) geschlossen werden, klang erstmal ziemlich nice, das änderte sich im Laufe des Tages sehr schnell und während die 5. Klassen aufgeregt rumgesprungen sind und sich gefreut haben, war in den oberen Klassenstufen beängstigende Stille.
      Das Abitur, oder zumindest die Klausuren vor dem Abitur waren somit auf Eis gelegt, die 12. Klasse war geknickt, mehrere Schulfahrten waren gestrichen.
      Im anderen Schulgebäude (in das ich jeden Freitag gehen muss, weil meine Schule zu klein ist) kam dann eine Durchsage der Schulleiterin. Totenstille. Es gab keinen, der freudig aufschrie, nicht mal die unteren Klassenstufen.
      Ich selbst hatte die Lage zuvor nicht so ernst gesehen, ich gehöre nicht zur Risikogruppe und habe die Lage vorher so ziemlich als Panikmache betrachtet. Aber wenn selbst Schulen für 3-5 Wochen schließen, wird einem klar, wie ernst die Lage ist.
      Unsere Lehrer versorgen uns über eine bayerische Lernplattform (dank des Digitalpakts) und über eine eigene Cloud mit Lernmaterialien, Referate sollen per mp3 an sie geschickt werden um eine mündliche Note zu bekommen. Wir Schüler machen jetzt „Homeoffice“. Es wird sich zeigen, wie gut das wirklich läuft. In der Oberstufe sicher, aber bei den jüngeren Schülern?

      Um mal von dem Thema Schulen wegzukommen: Ich selbst habe bisher noch nicht erlebt, dass sich um Klopapier gestritten wurde, oder um Dosensuppen. Mein Stadtteil ist soweit ziemlich ruhig was das ganze angeht, die Supermärkte sind gut versorgt und dank dem Beruf meiner Mutter haben wir genug Desinfektionsmittel im Haus. Wo ich mir eher Sorgen mache, ist meine Oma im Norden, die mit Herz- und Lungenproblemen zu kämpfen hat. Dieses Jahr könnte ihr letztes sein... leider... aber vielleicht würde es sie auch entgültig von ihrem Leiden befreien.
      Ich denke es wird so enden wie bei SARS. Erstmal ganz groß im kommen, aber 17 Jahre später redet keiner mehr darüber, außer eine neue unbekannte Krankheit bricht aus.
      Trotzdem ist die Lage ernst und wir sollten sie weder verharmlosen, noch Panik verbreiten. Das was wir jetzt am besten machen können, ist uns die Hände zu waschen und trotz Vermeidung von Berührungen, respektvoll miteinander umzugehen (Und uns nicht gegenseitig das Klopapier aus den Händen zu reißen.).
      Es ist richtig, erstmal alles dicht zu machen und die Welt für ein paar Wochen stillstehen zu lassen, auch wenn es gruselig klingt. Aber dann geht es normal weiter. In seiner ganz normalen, funktionellen, disfunktionellen Weise.

      Der Funke in den Augen, die Glut im Herzen und das Feuer in der Seele!
    • Meine persönlichen Erfahrungen mit dem Virus halten sich bislang noch in Grenzen. Derzeit habe ich ohnehin Semesterferien und so habe ich in meinem täglichen Leben in diesem Punkt noch keine Veränderungen erfahren. Der Beginn des Sommersemesters im April wurde für's erste um ein paar Wochen verschoben, aber das war's auch schon. Alle, die ich näher kenne, sind bislang gesund, und auch sonst hatte ich keine Großveranstaltung gebucht, die nun abgesagt wurde. Jetzt habe ich sogar eine Ausrede dafür, die kommenden Wochen mit dem neuen Animal Crossing in meiner Höhle zu verbringen.


      Spannend finde ich es gerade vielmehr, über die Zukunft nachzudenken. Wie wird das Leben laufen, solange keine Impfung existiert?
      Für's erste wurden ja deutschlandweit alle Schulen geschlossen. Sinnvolle Maßnahme, in meinen Augen. Ich befürchte nur, dass die Situation in ein paar Wochen nicht wesentlich besser aussehen wird, ganz im Gegenteil. Derzeit haben wir einen exponentiellen Anstieg an Infektionen, die Zahl der registrierten Fälle hat sich etwa alle 3 Tage verdoppdlt, nach Daten des RKI. (Tabelle)
      Wenn es so bleibt, dann sind wir in einem Monat bei 3 Millionen Infizierten. Natürlich dürften die Schulschließungen und andere Maßnahmen den Verlauf verlangsamen, sodass es nicht ganz so schlimm kommt, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Zahlen auf jeden Fall nicht abnehmen werden. Die Folge könnte sein, dass die Schulen und Unis geschlossen bleiben. Ein ganzes Jahr lang, bis zum Impfstoff. Es macht einfach keinen Sinn, zu sagen, wir machen alles zu wegen 3000 Infizierten, aber ein paar Wochen später (bei vermutlich noch mehr Infizierten) eröffnen wir überall wieder.
      Das ist zumindest meine Prognose. Solange nicht unerwartet ein Wundermittel entdeckt wird, sprich irgendein bereits existierendes Medikament, das zufällig auch bei Corona wirkt, dann werden wir dem nicht auskommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass mein nächstes Semester nahezu nur online stattfinden wird, Yokos Schulleben gleichermaßen, und Akade wahrscheinlich für den gesamten Rest des Jahres historisch wenig Kundschaft haben wird. (Mein Beileid, übrigens. ^^' )

      Rentiere rentieren sich nicht.
    • Ich schwanke irgendwo zwischen "Langsam ist es nicht mehr witzig" und "Die haben doch alle ein Rad ab".

      Ich hab's auf Discord ja schon mehr als ausführlich zu Protokoll gegeben, aber was mich an dieser ganzen Situation am meisten nervt, ist die Art und Weise wie in den Medien darüber berichtet wird: Einseitig, unreflektiert und nur darauf aus, Ängste zu schüren. Die Grenzen zwischen Fakten und Überzeichnung verschwimmen irgendwo zwischen halbgaren Aussagen, die von Statistiken und Diagrammen untermauert werden sollen. Die Situation wird auf einem Niveau aufgeputscht und verkauft, dass es eigentlich nicht mehr verwunderlich ist, dass ich an keine Nudeln und kein Klopapier mehr im Supermarkt komme. Wenn mein Handy fünfzig mal am Tag mir eine Push-Notification schickt, und jedesmal Corona das Thema ist, dann hat das nichts mehr mit Berichterstattung zu tun, sondern ist nur Panikmache. Ein Live-Ticker ist vielleicht sinnvoll, um die Schritte der Politik zu verfolgen und auf dem neuesten Stand zu bleiben, gerade wenn es um Schulschließungen etc. geht (was ja für viele hier ein sehr wichtiges Thema ist). Aber ich muss nicht über jeden neuen Krankheitsfall informiert werden, nicht darüber, dass jetzt auch irgendein Random-Fußballspiel Corona hat und auch nicht, dass Trump sich darauf hat testen lassen. Natürlich ist klar, warum das gemacht wird: Das Thema "Corona" generiert Klicks. Klicks sind Add-Revenue. Bäm, Free Cash.

      Noch fragwürdiger wird es dann auch noch, wenn Corona benutzt wird, um Skandale in der Regierung zu vertuschen und unter den Teppich zu kehren. Wer nicht weiß, wovon ich spreche, gebt euch einfach das Video von der Heute-Show, die erklären das besser als ich. <Klick>
      Das sollte wiederum aber auch nicht überraschen, immerhin hat man erst 2018 versucht während der Fußball WM Artikel 13/15 durchzuprügeln, während das Land sich auf ganz andere Dinge konzentriert hat. Nichts Neues für die Politik also.

      Läden komplett leerzukaufen ist irgendwo auch ziemlich neben der Spur, aber vielleicht nicht mal das Dümmste. Würde ich sagen, wenn besagte Personen dann nicht sowieso jeden Tag in den Supermarkt rennen würden, um noch mehr zu horten. Der Gedanke war natürlich der, reichlich einzukaufen, damit man nicht jeden Tag aus dem Haus muss - was natürlich fürn Arsch ist, wenn man jeden Tag einkaufen geht. *shrugs*
      Und auch irgendwo komplett irrational - selbst im Falle eines Lockdowns, wie in Italien oder ab Montag auch in Österreich, haben Apotheken und Supermärkte weiterhin geöffnet. Es wird auch weiterhin Nachschub kommen und Post gibt's auch noch - die Infrastruktur wird nicht komplett auf Eis gelegt! Nur das öffentliche Leben wird heruntergefahren und alles, was nicht absolut notwendig ist, zugemacht, um Ansteckungen zu reduzieren. Das ist sinnvoll. Horten ist dagegen in einem übertriebenem Maße wieder komplett kontraproduktiv.

      Die negativen Auswirkungen machen sich natürlich auch dadurch bemerkbar, dass in den letzten Wochen sehr viele Events wegen Corona gecancelt wurden. Die Leipziger Buchmesse ist nur eine davon und hat mich betroffen, weil ich da eigentlich hinwollte. Im selben Zeitraum hätte auch ein Konzert stattgefunden - ebenfalls wegen Corona abgesagt. Es ist ärgerlich, ja, auch frustrierend, weil sowas eben nicht jeden Tag stattfindet und ich dafür sogar Urlaub genommen hatte. Aber am Ende kann man auch nur sagen: Schade drum.
      Ich frage mich hingegen, wie es mit anderen Events im Mai und im Sommer aussehen wirde. Die E3 wurde bereits abgesagt. Gamescom und Devcom hingegen sollen (bis jetzt) noch stattfinden, weil man davon ausgeht, dass die Lage sich bis dahin noch entspannen wird. Ich bin noch skeptisch. Selbst wenn die Veranstalter den Leuten versichern, dass es nicht abgesagt wird, ist es fraglich, ob die Stimmung bei den Leuten bis dahin wieder entspannt genug ist, dass es einen reichen Besucherandrang gibt.
      Hmm, gut, bei Gamescom wird es genug Teenies/junge Erwachsene geben, die mit einer Yolo-Attitüde da reinmarschieren, also ist das wohl eher ein schlechtes Beispiel...

      Auf der anderen Seite wiederum, um das Thema Schulschließungen zu sprechen zu kommen, ist die Lage jetzt im Moment doch etwas anders, als es noch bei Thrend-Krankheiten wie <hierTierArtEinfügen>-Grippe und Ebola der Fall war. Ebola hat sich in Europa nie verbreitet, aber diesmal ist die Lage anders. Die angebliche Bedrohung ist real und direkt vor meiner Haustür. Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich Angst habe, aber ich finde es doch in gewisser Weise beklemmend zu sehen, zu welchen Maßnahmen die Politik hier in Deutschland und auch anderen Ländern greifen muss, um zu verhindern, dass sich noch mehr Leute anstecken.
      Dabei gehöre ich nicht mal zu den Leuten, die gefährdet sind. Ich bin noch jung, hab keine Immunerkrankungen und bin im Allgemeinen nie wirklich oft krank und wenn doch, nicht für lange. Sorgen mach ich mir um meine Gesundheit also nicht wirklich - aber das alles schützt mich nicht davor krank zu werden und eventuell andere Leute anzustecken.
      Was meinen Beruf angeht, bin ich zum Glück recht flexibel. Home Office ist eine Möglichkeit für mich und wenn ich nicht wegen Meetings im Büro sein muss, kann ich auch von Zuhause arbeiten. Mein Urlaub ist nächste Woche vorbei, ab dann werde ich das auch tun. Nicht weil ich mich nicht anstecken will, sondern weil ich niemanden anstecken möchte, den diese Krankheit wirklich gefährden würde. Ja, in Deutschland sind bisher nur Leute 60+ an Corona gestorben, aber das heißt eigentlich nicht, dass es mich nicht betrifft.
      Der Witz an einer Impfung ist ja, dass die geimpften Personen die Leute mitbeschützen, die nicht geimpft sind, weil man dadurch die Ausbreitung einer Krankheit präventiv eindämmen kann. Corona ist neuartig, deswegen gibt es keine Impfung. Aber je weniger Leute krank werden, desto weniger Leute werden auch potentiell gefährdet. Ich würde also wirklich allen, die die Möglichkeit dazu haben, empfehlen in dem Zusammenhang auf die Politik zu hören und daheim zu bleiben, so gut es geht. Ich weiß, dass nicht jeder in seinem Beruf Home Office machen kann, aber die, die es können, sollten diese Chance nutze.
      Diese Signatur ist zu klein, um alle meine Charaktere zu verlinken.
    • Ich als Schüler der dieses Jahr Abschluss macht, nicht Grad das beste wen sowas passiert.
      Wir haben vom unserer Lehrerin einen Zugang für den Schulmanager bekommen, der aber nichts wirklich bringt, (da unsere Lehrerin in unseren Klassenchat ist) da der nur Zeilen für Nachrichten, Probenkalender und Schulkalender hat, die einzigste Funktion die hierfür Praktisch ist, ist die Nachrichtenzeile wo unsere Lehrerin schon ein paar Sachen für Montag geschickt hat. In den nächsten Wochen wollte ich meine Noten für den Quali verbessern, den mit einen Durchschnitt von 3,5 ist es nicht Grad prickelnd damit in den Abschluss zu gehen.

      Kommen wir Mal zum Thema außerhalb der Schule und zwar dem öffentlichen Leben, ich muss sagen, ausser das bei uns im DM, dass Klopapier leer gekauft ist, ist bei uns eigentlich alles voll im Lidl, Aldi und Edeka sind die ganzen Nudeln und des Zeug, dass woanders leer gekauft wird, ist bei uns Normal voll und generell hab ich bei mir draußen im Dorf (Stadtbezirk) noch niemanden mit Gasmasken Raumrennen gesehen, obwohl es in der gut 18.000 Einwohner Stadt Dorfen wo die meisten Einwohner außerhalb der Stadt wohnen, schon eine Familie unter Quarantäne ist und eine Klasse aus dem Gymnasium aus Italien kam und somit schon früher als andere von den davorigen Ferien bis jetzt unter Quarantäne standen.

      Ich danke auch an Akade für den verlinken eines Interessanten Beitrag vom Tagesspiegel, wo es nicht um Panikmache ging.

      Servus!
    • Da ich es gerade sehe.
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      Adi schrieb:

      ch hab's auf Discord ja schon mehr als ausführlich zu Protokoll gegeben, aber was mich an dieser ganzen Situation am meisten nervt, ist die Art und Weise wie in den Medien darüber berichtet wird: Einseitig, unreflektiert und nur darauf aus, Ängste zu schüren. Die Grenzen zwischen Fakten und Überzeichnung verschwimmen irgendwo zwischen halbgaren Aussagen, die von Statistiken und Diagrammen untermauert werden sollen. Die Situation wird auf einem Niveau aufgeputscht und verkauft, dass es eigentlich nicht mehr verwunderlich ist, dass ich an keine Nudeln und kein Klopapier mehr im Supermarkt komme. Wenn mein Handy fünfzig mal am Tag mir eine Push-Notification schickt, und jedesmal Corona das Thema ist, dann hat das nichts mehr mit Berichterstattung zu tun, sondern ist nur Panikmache.
      Drückt Adi hier sehr gut aus, wie auch ich die Situation empfinde.
      Das Schlimme sind nun die Folgen der Panikmache, die die dramatisierende Berichterstattung hervorgerufen hat und unsere Medienlandschaft hat auch scheinbar (?) kein Interesse, Journalismus im Sinne der Vernunft und etwas Sachverstand zu betreiben.

      Was mich als Biotechnologe traurig stimmt, dass ich von unserer Regierung noch keinen Plan sehe, wie wir Wissenschaftler zu koordinieren sind. Stattdessen lese ich in der Tagesschau, dass Trump eine deutsche Firma aufkaufen möchte, um einen möglichen Impfstoff allein für die USA zu reservieren. Was soll ich davon denken außer Schwarz-Weiß-Berichterstattung? Als sei die USA nicht seit Jahrzehnten führende Nation in der Biotechnologie ...

      Mal sehen. Morgen oder in den nächsten Tagen werde ich wissen, ob unser Forschungsinstitut geschlossen wird. Im Home Office können wir zwar leider keinen Impfstoff entwickeln, aber eine Genomvariante des Virus ist nun seit Anfang März online wie ich heute etwas nachrecheriert habe. Da können wir unsere Bioinformatikkenntnisse pimpen, hat ja auch was Gutes! :D Wer will kann gleich mitmachen, hier gibts das Genom zum mitnehmen: ncbi.nlm.nih.gov/search/all/?term=covid :nod:
    • Because weil ich gerade in einem anderen Chat darüber gestolpert bin - nur noch eine Frage der Zeit. Aber die klinischen Studien, die da noch kommen, ei ei ei... :ugly-wink:
      narcity.com/news/ca/sk/coronav…now-in-the-testing-stages
    • Tja. Eigentlich sollte ich trotzdem die Uni nicht ganz schleifen lassen. Eigentlich. Aber andererseits ist die Konzentration einfach nicht da, die ich dafür bräuchte, weil Corona einfach immer präsent zu sein scheint.

      Vor zwei Wochen, als die Uni wieder anfing nach den Semesterferien, war das alles noch in so weiter Ferne, obwohl mir meine Medizinstudent-Mitbewohnerin schon immer nahelegte, brav die Hände zu waschen. Hab ich zum Glück dann auch gleich angefangen. Letzten Montag waren alle schon vorsichtiger auf der Uni, haben sich zur Begrüßung nicht mehr umarmt und eher Abstand gehalten. Letzten Dienstag fing es dann an: Zu Mittag hieß es, dass ab diesen Montag spätestens alle Unis zu haben (seitens der Regierung). Seitens der Uni hieß es sofort, alles hat ab letzten Mittwoch zu, die Bibliotheken bleiben aber offen zum Ausleihen, nicht als Lernräume. Soweit, sogut, die Aufruhr war schon groß. Noch größer wurde sie, als alle Prüfungen abgesagt wurden, was mich auch etwas aufregte, da ein Freund echt brav für Freitag gelernt hatte. Jetzt bin ich aber froh, dass das so passierte. Die Unis sind nun ganz zu, keine Bib, kein Parteienverkehr, nicht mal die Profs dürfen auf die Uni.
      Am Freitag, nächste Pressekonferenz: Flüge werden gestrichen, Schulen geschlossen, manche Gebiete in Tirol und Kärnten isoliert. Die Aufruhr steigt, Soziale Kontakte sollen eingeschränkt werden. Mein Dad wollte (und will noch immer) dass ich von der Studienstadt weg nach Hause komme. Aber ich bleibe da. Will ihm da nix ins Kaff tragen, vor allem weil er selbst dank einer Hautkrankheit und seiner Medikamente dazu immunsuppressiert ist.
      Dann Samstags die Nachricht: Ausganssperre ab heute. Supermärkte und Apotheken sind natürlich offen und man darf da auch hin, allerdings sollte man sonst echt nicht raus. Und das in ganz Österreich. Trifft die Polizei Menschenansammlungen von mehr als 5 Leuten, wird man aufgefordert, sich aufzulösen. Strafen bis zu 3600 € drohen. Harsche Regelung? Vielleicht. Gerechtfertigt meiner Meinung nach? Definitiv. Manche Leute sind einfach zu dumm oder ignorant, um sich sonst daran zu halten. Vor allem im Hinblick auf die Situation in Italien (Grenze ist übrigens zu) finde ich, dass Österreich die richtigen Maßnahmen hoffentlich früh genug gesetzt hat und weiterhin setzt. Es ist ein Wunder, dass wir mal so schnell dran sind (Mediziner oÄ werden sagen, noch immer zu spät), aber ich bin wahrlich froh, dass diese Regierung so gut, ruhig und mit Plan agiert. Danke, Ibiza-Affäre! Diese Koalition die wir jetzt haben, schwarz (bzw türkis) - grün (in Ö also ÖVP und Grüne) arbeitet wirklich gut. Gar nicht auszudenken, was die schwarz-blaue Koalition gemacht hätte...

      Und meine Situation? Ich bin in der zweitgrößten Stadt Österreichs geblieben, wo ich mit meiner besten Freundin und einem Freund zusammenwohne. Wir sind vorsichtig, ich habe den Nachbarn angeboten einzukaufen und mich bei einem Projekt dahingehend auch angemeldet, wo Risikogruppen und Studis vermittelt werden. Mein Studium ist sowieso allgemein oft im Selbststudium durchzuführen, daher habe ich sogar sehr wenig Probleme mit der Einstellung des Lehrbetriebs. Ich telefoniere oft mit meiner Familie (meine Mum ist in großer Aufruhr, sie leitet ein Altenheim und wird mit den "was wäre wenn" Fragen sehr alleine gelassen und muss selbst Notfallpläne entwickeln), ich rede viel mit meinen Mitbewohnern, genieße den Balkon und zocke viel. Achja, und das Lernen. Das sollte ich jetzt wirklich wieder versuchen. Zivilprozess, ich komme!

      An alle: Bleibt's gsund.

      (falls jemanden die Maßnahmen in Ö näher interessieren: Hier eine kurze Zusammenfassung.
      Man kann das Feuer nicht fangen und zähmen, nur kontrollieren. Freiwillig wird es sich einem nie unterwerfen, nicht wahr?
      - Fiadora va' Shevejah va' Ajin
    • Okay. Also so langsam könnte selbst ich kotzen.

      Klopapier und Nudeln sind ja noch irgendwie aufzutreiben hier in Düsseldorf, auch wenn man laaange suchen muss. Aber die Schließung von Uni und Betrieben stellt mich dann doch vor ein gewisses Problem. Nicht nur weiß ich nicht, inwieweit sich diese Maßnahmen auf meine Studienzeit auswirken, nein. Ich habe morgen auch noch ein Vorstellungsgespräch für ein Anerkennungspraktikum im Jugendamt in Neuss, von dem ich mir ziemlich sicher bin, dass es nicht stattfindet. Aber meine Anfrage blieb bisher unbeantwortet.

      Und dann ist da noch meine Arbeit. Eine beschauliche Tierarztpraxis ohne Kundenkontakt für mich. Tja, letzte Woche hieß es noch "Bleiben Sie zuhause, machen Sie Homeoffice".
      Cain so: Ja geil!
      Aber Pustekuchen! Heute rufe ich unsere Kunden an und sage denen, dass wir die Termine absagen / verschieben müssen. Und da fragt sich nicht nur der Cain, sondern auch Cains Chefin wie wir in nächster Zukunft Miete und (mein) Gehalt zahlen wollen. Oder ob Cain nächsten Monat überhaupt noch einen Job hat. O.o
    • Gut als jemand der Gerade eh zuhause hockt, weil arbeitslos, und nur Commissions macht hab ich wohl wenige Probleme. Währe da nicht mein Bruder der auch zu den Gefährdeten zählt. Werde mich deshalb auf jeden Fall impfen lassen sobald es einen Impfstoff dagegen gibt. Naja, bei Nachbarn wurde eingebrochen, Klopapier und Lebensmittel entwendet weshalb wir jetzt immer auch Nummer sicher gehen, 2 mal abschließen und nen keil noch in die Tür stellen. Außerdem wird aus einem persönlichen Vorstellungsgespräch jetzt ein Vorstellungstelefonat was mir jetzt schon angst macht. Ab Mittwoch soll hier anscheinend auch nur noch die wichtigsten läden offen sein. Sonst nur durch die Geschichten meiner Mutter mitbekommen das ein Verkäufer heute die Nase gebrochen hat weil er nen kunden freundlich auf die Limitation des Klopapier Kaufens hingewiesen hat. Naja ich habe wohl gerade einen Grund mehr nicht rausgehen zu wollen.
      Let's make this world a bit more colorfull
    • @BlazeFrostdemon: "Naja, bei Nachbarn wurde eingebrochen, Klopapier und Lebensmittel entwendet weshalb wir jetzt immer auch Nummer sicher gehen, 2 mal abschließen und nen keil noch in die Tür stellen."
      Ich steh grad auf dem Schlauch - du hast den hier vergessen, oder?: :nod:
      Weil ganz ehrlich - das klingt sehr nach Fake-News und unnötiger Panikmache.

      Ich bin nicht grade Optimist aber imho ist bei 100 Leuten halt auch 1 Volldepp dabei. War immer schon so, egal wo, wann oder in welchem Jahrhundert. Man kann halt auch die 99 Leute sehen, die helfen wo sie können - bei uns an der Tafel, bei der Obdachlosenunterkunft, an der Kasse, beim Regale auffuellen, in der Pflege... oder die Hebamme, die unseren Familienzuwachs genauso betreut wie der Kinderarzt.

      Wer Angis Rede heute noch nicht gesehen hat, sollte das nachholen. 15 Minuten ernst, aber vor allem die Verantwortung in den Leuten wachrufen, die einfach verpennt haben bisher. Besser spät als nie.

      Bleibt nett und wascht bitte auch 2022 eure Hände weiterhin. Peace. :heartpiece:

      Edit: Es wurde gestern doch ziemlich spät und an meinem Laptop ist immer noch die Tastatur kaputt (Umlaute und T sowie Z, fragt bitte nicht wie ich das hinbekommen habe... :facepalm: ), weswegen mein Beitrag irgendwie sehr kurz und ungewohnt ruppig daherkommt, wie ich grade gemerkt habe.

      Daher wollte ich noch zwei Gedanken anfügen. Erstmal wünsche ich @BlazeFrostdemon viel Erfolg wegen den Vorstellungsgesprächen. Momentan werden ja wirklich alle Bewerber in Betracht gezogen, vielleicht ist so eine ungewöhnliche Zeit ja auch eine gute Chance um einen Platz zu bekommen?
      Und falls wirklich die Einbrecher bei deb Nachbarn das Essen geklaut haben tut es mir Leid, dass ich das in dem Moment nicht ernst nehmen konnte. Ich war gestern abend nicht wirklich bei der Sache, andererseits macht Angst mit Menschen echt komische Sachen und rational denken viele da auch nicht mehr. Also ich wollte nix unterstellen, ehrlich. Kam mir nur sehr extrem vor.

      Und ich wollte noch@Evelyn Jade fragen, inwiefern sie denkt dass sich der SARS Virus von 2012 und Corona ähneln. Hab dazu ein paar Sachen gefunden, aber aus erster Hand ist sowas immer interessant zu hören.

      Was ich noch sehr hilfreich fand war diese Übersicht was Grippe und Corona unterscheidet - wenn man einen Schnupfen hat, ist das wohl definitiv kein Corona.
      :deku: It is okay to save yourself before you save others. :deku:
      Elias Ainsworth - The Ancient Magus' Bride

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cazadora ()

    • Mir hat man bis Anfang Juni teils bis zu 100 % Kurzarbeit auferlegt. Das traurige ist, dass die Auftragslage auf Grund einer holprigen übernahme durch einen Großkonzern ohnehin schon miserabel war. Ich bin mittlerweile im Marketing und habe mich in den letzten Monaten intensiv um Projekte für ursprünglich bald anstehende Messen gekümmert. Ein Großteil der Arbeit ist jetzt für die Katz, weil einerseits der erwähnte Konzern das Corporate Design (also Logos, Farben, Schriftarten etc. der Firma) komplett über den Haufen werfen will und andererseits alle Messen abgesagt oder verschoben wurden. Damit sind einfach so hunderttausende Euros für die Tonne. Man sollte meinen, dass es grade im Marketing immer irgendwas zu tun gibt und auch Homeoffice kein Problem sein müsste. Allerdings ist das eben auch eine der ersten Abteilungen die gerupft werden wenn das Geld knapp wird. Und da ich zuletzt eigentlich die Aufgabe hatte zu verschiedenen Großkunden zu fahren und Material für Werbe- und Schulungsvideos zu sammeln, hat man jetzt beschlossen meine Arbeit praktisch auf Eis zu legen. Immerhin haben die Kunden auch keine Arbeit mehr und empfangen nun vernünftigerweise natürlich auch keine Besucher mehr. Ist also alles irgendwie ziemlich interessant aber eben auch unangenehm zur Zeit. Was mich aber am meisten ankotzt sind die Horter. Mir fehlt zum Glück nichts lebenswichtiges aber, viele Leute benehmen sich echt unmöglich. Deshalb mein Appell: Kauft und konsumiert in Zeiten von Corona nicht anders als sonst, dann reicht es für alle. Wenn das Klopapier aus geht dann kauft neues aber stürzt euch nicht drauf wie Zombies auf Menschenhirn. Der "wenn es alle machen, muss ich es auch machen"-Gedanke ist komplett kontraproduktiv und ist der Grund für so viel mehr furchtbare Dinge auf der Welt als nur leergeräumte Supermarktregale.